• Katia Grünig

Wie wirkt Konstitutionelle Japanische Akupunktur?

Konstitutionelle Japanische Akupunktur ist eine ganzheitliche Heil- und Präventivmethode, um Ungleichgewichte und Blockaden im Körper zu diagnostizieren und zu behandeln. Ich wende diese Akupunkturform seit mehreren Jahren erfolgreich in meiner Praxis an, und ihre Effizienz und Wirkung überzeugt mich täglich aufs Neue. Da mit feinen und kaum spürbaren Nadeln behandelt wird, ist diese Akupunktur-Methode auch für empfindliche KlientInnen geeignet.



Warum ich mit Konstitutioneller Japanischer Akupunktur arbeite


Nach meiner Ausbildung in konstitutioneller Meridiantherapie setzte ich mich intensiv mit der Konstitutionellen Japanischen Akupunktur nach Master Nagano auseinander und integrierte mein neues Wissen laufend in meine Behandlungen. Sozusagen über Nacht erzielte ich ab diesem Zeitpunkt deutlich bessere Resultate mit meinen Akupunkturbehandlungen, und diese Erfahrung hält bis heute an.


Gegenüber der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat für mich die Konstitutionelle Japanische Akupunktur sehr wertvolle Vorteile:

  • die Akupunkturnadeln sind feiner und werden oberflächlicher und sanfter gesetzt

  • die Tastdiagnose macht die durch die Nadeln bewirkten Veränderungen unmittelbar erlebbar für die KlientInnen

  • neben der komplexen Pulsdiagnose ist die Tastdiagnose ein einfaches, verlässliches und objektivierbares Instrument, um die Effizienz der gesetzten Nadeln zu überprüfen

  • die konstitutionelle Herangehensweise dieser Methode wird der persönlichen Geschichte und Individualität der KlientInnen in besonderem Masse gerecht

In der Schweiz gibt es zurzeit noch keine Grundausbildung in Japanischer Akupunktur. Die Akupunkturausbildung erfolgt auf den Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), und erst danach können Weiterbildungen und zusätzliche Ausbildungen in Japanischer Akupunktur in der Schweiz oder im Ausland absolviert werden. Ihre Vorteile machen sie jedoch stetig beliebter, sodass sich inzwischen immer mehr TherapeutInnen in diese Richtung weiterbilden und somit erfreulicherweise auch das Weiterbildungsangebot in der Schweiz zunimmt.


Wie wird die Diagnose erarbeitet?


Die Konstitutionelle Japanische Akupunktur basiert auf dem Konzept, dass jeder Mensch ein bis mehrere konstitutionelle Ungleichgewichte hat, die sich aus familiärer Veranlagung, persönlicher Geschichte und/oder der individuellen Konstitution ergeben. Zum besseren Verständnis möchte ich im Folgenden ein paar Beispiele auflisten, welche einige dieser Ungleichgewichte und mögliche zugehörige Beschwerden veranschaulichen sollen:

  • hormonelles Ungleichgewicht (z.B. Unfruchtbarkeit, Menstruationsbeschwerden)

  • Schwäche des Immunsystems (z.B. wiederkehrende Infekte, häufige Erkältungen, Allergien)

  • Dysbalance des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. hoher Blutdruck, Schlafstörungen)

Die Diagnosestellung dient dazu, die vorhandenen Ungleichgewichte aufzudecken. Sie erfolgt in der ersten Akupunkturbehandlung auf der Basis von verschiedenen Faktoren:

  • die Familiengeschichte gibt Hinweise auf familiäre Veranlagungen und allfällig vererbte Ungleichgewichte

  • die persönliche Geschichte von der Geburt bis zum aktuellen Zeitpunkt zeigt auf, wie konstitutionelle Ungleichgewichte durch Ereignisse wie Unfälle, Krankheiten oder Impfungen entstehen konnten oder verstärkt worden sind

  • das Fragen nach den aktuellen Beschwerden dient einerseits dem Festlegen der Behandlungsziele, andererseits geben die Symptome Hinweise auf die zugrundeliegenden Ungleichgewichte

  • die Pulsdiagnose spiegelt den aktuellen Energiezustand in den verschiedenen Organsystemen

  • über die Tastdiagnose (Haradiagnose) erhalte ich über die Beurteilung von bestimmten Zonen und Punkten ebenfalls Auskunft über die aktuellen Ungleichgewichte



Aus all diesen Informationen entsteht ein Bild, auf dessen Grundlage ich anschliessend die Behandlungsstrategie erarbeite. Zu Beginn jeder weiteren Akupunkturbehandlung und auch während den einzelnen Behandlungen werden jeweils aktuelle Beschwerden, Puls und Tastbefund wieder überprüft und laufend neu beurteilt. So kann die Effizienz der Behandlungsstrategie kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden.


Wie läuft eine Akupunkturbehandlung ab und wie wirkt sie?


In der Regel basiert eine Akupunkturbehandlung auf der Korrektur der zwei bis drei individuellen konstitutionellen Ungleichgewichte, die in der Diagnose ermittelt wurden. Eines dieser Ungleichgewichte entspricht der «Wurzel», also dem am tiefsten liegenden persönlichen Ungleichgewicht. Die anderen Dysbalancen sind entweder nachfolgend aus der «Wurzel» entstanden oder wurden durch ein familiäres Ungleichgewicht oder die persönliche Geschichte geprägt. Zusätzlich zu diesen Ungleichgewichten werden einzelne Organe wie zum Beispiel Magen oder Leber punktuell in ihrer energetischen Funktion unterstützt und harmonisiert.


Um diesen Effekt zu erreichen, werden spezifische Akupunkturpunkte mit feinen Nadeln auf sanfte Weise stimuliert. Dabei variiert die Anzahl der Nadeln von vier bis zu maximal zwölf Nadeln. Die Akupunkturpunkte liegen auf Energieleitbahnen (Meridianen), welche mit den Organen energetisch verbunden sind. Die gesetzten Impulse werden mittels Faszien und Bindegewebe innerhalb kürzester Zeit entlang der Energieleitbahnen übermittelt und entfalten ihre Wirkung in den Organsystemen und Funktionskreisen des Körpers, welche ich harmonisieren möchte. Anhand der Tastzonen und -punkte kann die Effizienz der gesetzten Nadeln bereits nach wenigen Sekunden überprüft werden: Waren diese zu Beginn schmerzhaft und hart, sind sie nun schmerzfrei und entspannt. Durch diese unmittelbar spür- und objektivierbaren Veränderungen sind meine KlientInnen aktiv in die Behandlung involviert und erleben die Wirkung der Akupunktur auf eine fassbare und eindrückliche Weise.


Während der Behandlung verändern sich im optimalen Fall auch das Pulsbild und allfällige Symptome: Der Puls wird harmonisch und ausgeglichen, und akute Beschwerden wie Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen oder Übelkeit verlieren an Intensität oder können sich sogar auflösen. Die Nadeln verbleiben in der Regel für etwa 30 Minuten.


Der wichtigste Akupunkturpunkt der jeweiligen Behandlung wird anschliessend mit einer kleinen Dauernadel versehen, welche für einige Stunden oder Tage den Behandlungseffekt verlängert und den Körper dabei unterstützt, die gesetzten Impulse zu integrieren und die Verbesserung der Beschwerden aufrechtzuerhalten.


Wie gestaltet sich der Behandlungsverlauf?


Die Konstitutionelle Japanische Akupunktur funktioniert nach dem Zwiebelschalenprinzip. Zuerst werden die neusten Beschwerden behandelt, und erst im späteren Verlauf bewegt sich die Behandlungsstrategie mehr und mehr Richtung Wurzelbehandlung. Das bedeutet, dass sich die Strategie am Schluss optimalerweise auf die Korrektur des tiefsten und konstitutionellsten Ungleichgewichts reduziert. Dabei lässt sich eindrücklich beobachten, wie sich mit der Verbesserung der Beschwerden auch die Tastbefunde am Bauch reduzieren, bis nur noch die Zone der Wurzel aktiv ist. Oft können zu diesem Zeitpunkt die Zeitabstände zwischen den Behandlungen verlängert werden.


Sobald sich die Beschwerden ganz aufgelöst haben, bekommen die Behandlungen einen präventiven Charakter. Der Fokus liegt nun darauf, die Konstitution der KlientInnen so zu stärken, dass der Körper in der Balance bleibt, beispielsweise mit monatlichen Behandlungen.

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