• Katia Grünig

Erkältungsprophylaxe

Updated: Mar 23

Die Behandlungen von Erkältungen und Grippe gehören zwar ganzjährlich zu meinem Praxisalltag, aber im Winterhalbjahr häufen sich diese Beschwerdebilder natürlich deutlich. Es ist sinnvoll, eine Erkältung oder Grippe gleich zu Beginn mit Akupunktur zu behandeln. So kann der vollständige Ausbruch abgewendet oder die Dauer und Heftigkeit der Erkrankung vermindert werden. Zudem können Sekundärinfektionen wie z.B. eine Nebenhöhlenentzündung oder eine Bronchitis verhindert werden. Bestehen die Beschwerden schon längere Zeit, kann Akupunktur die Symptome lindern und die Heilung beschleunigen.


Was können Sie in der kalten Jahreszeit selbst dazu beitragen, dass Sie gar nicht erst an einer Erkältung oder Grippe erkranken? Gerne möchte ich in diesem Blogbeitrag die Erkältungsprophylaxe aus Sicht der asiatischen Medizin beleuchten.


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Die Ursachen von Grippe und Erkältung aus Sicht der asiatischen Medizin


Die asiatische Medizin sieht die Ursache einer Grippe im Eindringen von «Wind-Hitze» = Viren. Die Viren werden über Hände oder Atemwege übertragen. Feine Flüssigkeitspartikel werden eingeatmet und gelangen so in die Atemwegsorgane.

In der Schulmedizin spricht man von einer Kontakt- oder Tröpfcheninfektion. Eine Grippe geht immer mit Hitzesymptomen wie Fieber einher.


Eine Erkältung kann ebenfalls durch das Eindringen von Viren verursacht werden. Die asiatische Medizin unterscheidet zwei Formen von Viren: «Wind-Kälte» oder «Wind-Hitze». Die Viren vom Typ «Wind-Hitze» verursachen Hitze-Symptome wie Fieber, Schwitzen und Halsschmerzen, während die Viren des Typs «Wind-Kälte» Kältesymptome wie Frösteln, Niesen, laufende Nase und Kopfschmerzen hervorrufen.


Eine Erkältung kann jedoch auch die Folge einer realen Kälte- und Windexposition sein, welche dieselben Beschwerden auslösen wie Viren des Typs «Wind-Kälte».


Letztendlich ist der Ausbruch einer Grippe oder Erkältung von zwei Faktoren abhängig, welche miteinander konkurrieren: dem Immunsystem und den eindringenden Krankheitsfaktoren. Dabei sind mehrere Szenarien möglich:


  • Das Immunsystem ist intakt, die eindringenden Krankheitsfaktoren sind jedoch so stark, dass auch eine gesunde Abwehr keine Chance hat, den Körper zu schützen – in diesem Fall verläuft die Erkrankung in der Regel ohne Komplikationen.

  • Das Immunsystem ist angeschlagen und die Abwehrenergie nicht stark genug, um die eingedrungenen Krankheitsfaktoren abzuwehren – abhängig von der Schwäche des Immunsystems kann die Erkrankung mild bis langwierig verlaufen. Oft setzt sich die Erkältung an einem bekannten Schwachpunkt fest (Nase, Nebenhöhlen, Ohren, Lunge) und dauert dann lange.

  • Das Immunsystem ist angeschlagen und die eindringenden Krankheitsfaktoren sind sehr stark: in diesem Fall hat die Erkrankung oft einen langwierigen Verlauf haben und bringt meist sekundäre Infektionen mit sich.

Das Verhältnis zwischen der Stärke der Immunabwehr und der Kraft der eindringenden Krankheitsfaktoren erklärt auch, warum sich nicht alle Personen anstecken nach einer Virenexposition.


Wir können also an zwei Punkten ansetzen, um Erkältung und Grippe vorzubeugen:

  • Schutz vor Viren, Kälte und Wind

  • das Immunsystem stärken


Schutz vor Viren, Kälte und Wind


Erkältungs- und Grippeviren

  • vermeiden Sie nach Möglichkeit den Kontakt mit stark erkälteten oder an Grippe erkrankten Menschen

  • waschen Sie nach einer Begegnung mit einer kranken Person Ihre Hände, verwenden Sie ev. Grüntee-Nasentropfen als vorbeugende Massnahme (die Anleitung für die Nasentropfen können Sie als PDF herunterladen)

  • waschen Sie Ihre Hände nach Reisen im öffentlichen Verkehr

Kälte und Wind

  • schützen Sie Ohren und Nacken mit Schal und Mütze

  • ziehen Sie sich dem Wetter entsprechend an und bleiben Sie in Bewegung – vermeiden Sie langes Herumstehen in der Kälte

  • halten Sie Ihre Füsse warm

  • gönnen Sie sich nach Eindringen von Kälte ein aufsteigendes Fussbad und trinken Sie frischen Ingwertee


Das Immunsystem stärken


So wie die Bäume im Herbst ihre Säfte aus den Ästen zurückziehen und im Winter ihre Energie in den Wurzeln speichern, sollten auch wir im Herbst zur Ruhe kommen und unsere Aktivitäten reduzieren. Den Winter sollten wir dazu nutzen, möglichst viel Energie zu speichern und so unsere Energiereserven aufzufüllen, damit wir erfrischt und gestärkt in den Frühling starten können. Folgen wir dem Rhythmus der Natur, unterstützen wir das Gleichgewicht unseres Körpers und beugen somit grundsätzlich Krankheiten vor.


Zusätzlich helfen folgende Tipps, um Ihr Immunsystem zu kräftigen:

  • halten Sie Ihren Körper warm, speziell Nacken, Füsse und Nierengegend

  • essen und trinken Sie so oft wie möglich warm

  • verwenden Sie wärmende Gewürze beim Kochen (Ingwer, Curry, Chili, Zimt, Nelken, Sternanis…)

  • wärmen Sie Ihren Körper von innen mit frischem Ingwertee

  • machen Sie ab und zu ein aufsteigendes Fussbad, um die Wärmeenergie im Körper zu unterstützen

  • reduzieren Sie Ihren Energieverbrauch: vermeiden Sie Stress und einen übervollen Terminplan

  • füllen Sie Ihre Energiereserven auf: gönnen Sie sich genügend Erholungszeit und Schlaf

  • bewegen Sie sich regelmässig an der frischen Luft

  • vermeiden Sie trockene Schleimhäute, indem Sie genügend Flüssigkeit aufnehmen und bei Bedarf die Raumluft befeuchten


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